Grundlagen der Tiermedizin

Grundlagen: Anatomie und Physiologie des Bewegungsapparates

Anatomie und Physiologie des Bewegungsapparates werden aus folgenden Gründen nicht nur theoretisch sondern auch während des Praktikums vermittelt:

  • Strukturen wie Muskeln, das Skelett und die Gelenke werden bei verschiedenen Sportarten unterschiedlich beansprucht und verschlissen. Der Gesundheitsberater muss diesem mit Ausgleichübungen, Empfehlung von kompensierenden Sportarten bzw. einem besonderen Trainingsprogramm begegnen. Hier sind Kenntnisse der Anatomie sehr wichtig, um Belastungen nachvollziehen zu können und diesen entgegen zu wirken.
  • Aufgrund unterschiedlicher habitueller Variabilität verschiedener Hunderassen entstehen anatomische und physiologische Besonderheiten, die sportlichen Belastungen nicht standhalten können. Auch nicht alle Hunderassen sind für alle Sportarten geeignet. Um zu verstehen, warum das so ist, sind anatomische Kenntnisse erforderlich.
  • Auch unter den Rassen gibt es individuelle Fehler im Habitus, die im pathologischen Bereich liegen können. Auch wenn sie gering ausgeprägt sind (z. B. O-Beinigkeit, Kyphose, Hyperflexion der Gelenke, steile Schulter, Durchtrittigkeit), können sie bei einem intensiven Training in einer ungeeigneten Sportart Spätfolgen verursachen. Für diese Tiere müssen besondere Lösungen gefunden werden. Dies kann natürlich mit Verständnis der Anatomie und Physiologie sehr viel professioneller erfolgen. Dies sollte aber, wie wir gerade unter extremen Bedingungen im Pferdesport sehen, nicht überbewertet werden.
  • Um bestimmte Komponenten wie Kraft, Ausdauer, Geschicklichkeit oder Schnelligkeit zu fördern, benötigt man nicht nur Kenntnisse des Bewegungsapparates, sondern auch vor allem die Physiologie des Herz-Kreislaufsystems und der Atmung für eine verständnisvolle Gestaltung des Trainings.
  • Das Verständnis der Leistungsphysiologie ist der Schlüssel zur Leistungsdiagnostik. Ohne Physiologie der Atmung und Herz-Kreislaufsystems gibt es auch hier kein Verständnis dafür.
  • Was beim Leistungstraining geschieht, warum sich bestimmte physiologische Parameter verändern und welche diagnostischen Aussagen das erlaubt, lässt sich nur mit den Grundlagen der Anatomie und Physiologe des Herz-Kreislaufsystems und des Atmungsapparates verstehen.
  • Durch anatomische Kenntnisse kann der Trainer des Hundes besser die funktionelle Beschaffenheit wichtiger Strukturen des Bewegungsapparates überwachen, wenn er die Anatomie und Physiologie kennt. Durch einfache Tests kann er fortschreitende Gelenkblockaden sehr leicht identifizieren und den Kunden rechtzeitig an einen Orthopäden überweisen. Diese manuellen Untersuchungstechniken werden im Praktikum geübt.
  • Bewegung ist sicherlich für gesunde Tiere eine ideale Gesundheitsförderung und die beste Anti-Aging-Maßnahme schlechthin, dies gilt aber nicht immer bei Herzerkrankungen. Nicht alle Herzerkrankungen machen sich aber mit Symptomen manifest. Bei kompensierten Herzfehlern könnte man annehmen, dass der Hund gesund und leistungsfähig ist. Durch die Erkennung einer Auffälligkeit kann man manche Hunde vor unnötigen Belastungen verschonen. Deshalb sollte die Auskultation des Herzens schon fast zur Allgemeinbildung des HGT gehören. Dies wird im Praktikum geübt. Ziel ist es, das gesunde Herz zu erkennen, damit jegliche Abweichung vom Normalen als Grund für eine tierärztliche Untersuchung gesehen wird.
  • Da Herz und Bewegungsapparat bei Sportlern am stärksten beansprucht werden, sind Anomalien dieser Organe ernste Gesundheitsgefährdungen bei intensivem Training. Der HGT muss die wichtigsten leistungsreduzierenden Erkrankungen oder Missbildungen verstehen. Auch hier sind Kenntnisse der Anatomie und vor allem der Physiologie hilfreich.
  • Viele Themen der Anatomie und Physiologie bilden die Grundlagen für das Verständnis weiterer fachbezogener Themen. Um beispielsweise die Bedeutung des Schlagvolumens des Herzens für die Leistungsphysiologie zu verstehen, müssen auch die mechanischen Funktionen des Herzens sowie deren Ventilmechanismus verstanden werden.

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