Ernährung des Hundes

Ernährungsberatung

Die ernährungsberatende Tätigkeit des Hundegesundheitstrainer erstreckt sich weiter auf:

  • Erarbeiten einer Bedarfsanalyse für Hunde aller Altersklassen
  • Individuelle Futterpläne für gesunde Hunde zur artgerechten Bedarfsdeckung
  • Anregungen und Tipps zur Umsetzung eines Futterplanes bei Erwachsenen, Senioren, Welpen und Jungtieren
  • Ernährung bei speziellen Bedürfnissen, z. B. bei Trächtigkeit, Laktation, erhöhter Leistungsbereitschaft, besonderer Haltung
  • Ernährung des Hundes bei speziellen Aufgaben
  • Erstellung des Ernährungsplanes bei Stress und Hochleistungssport
  • Optimierung bestehender Rationen
  • Reduktionsdiäten
  • Spezielle Futterpläne zur Begleitung tierärztlicher Therapien, z. B. bei Verdauungsstörungen, Futterunverträglichkeiten, Hyperaktivität, Magen-Darm-Problemen (Durchfall, Erbrechen), Nieren, Leber, Herz, Diabetes, Hauterkrankungen bei Futtermittelallergie, Übergewicht, Harnsteinen
  • Beratung und Aufklärung bei speziellen Fütterungsregimes, wie beispielsweise Rohfütterung (BARFen) oder vegetarische Ernährung

Lernziel der Lektionen zu diesem Thema ist es, den Lernenden Grundlagen und spezielles Wissen zur Ernährung von Hund und Katze zu vermitteln. Um dieses Ziel zu erreichen, ist zunächst ein fundiertes Grundlagenwissen bezüglich der in der Nahrung enthaltenen und vom Körper benötigten Nährstoffe unabdingbar.

Daher werden zunächst die Kenntnisse über die einzelnen Nährstoffe und ihrer Aufgabe sowie ihres Metabolismus’ im Organismus vermittelt. Das Verständnis, welchen Einfluss die verschiedenen Nährstoffe haben und die Kenntnis ihres Verhaltens im Körper, ist im weiteren Verlauf wichtig, um verstehen zu können, welche Fehler in der Ernährung gemacht werden können und wie man auf die unterschiedlichen Fehlfunktionen des Organismus nutritiv Einfluss nehmen kann. Auch werden die Grundlagen vermittelt, wie sich der Energiebedarf eines Tieres zusammensetzt und wie man diesen berechnen kann. Wie der Energiebedarf genau von den verschiedenen Umweltfaktoren oder der körperlichen Beanspruchung beeinflusst wird, ist im Folgenden in den entsprechenden Kapiteln genauer erklärt.

Weiterhin werden die gesetzlichen Grundlagen kurz erläutert. Diese zu kennen, kann bei der Beurteilung kommerziell hergestellter Futtermittel helfen. Vor allem wird es dem angehenden Gesundheitsberater so ermöglicht, gegen verschiedene bestehende Vorurteile besser zu argumentieren, auch dadurch, dass er weiß, wo bei Unklarheiten in futtermittelrechtlichen Belangen nachgeschlagen werden kann. Ganz besonders wichtig ist die Kenntnis der gesetzlichen Grundlagen, falls man selbst Futtermittel für Hunde und Katzen herstellen und vertreiben möchte.

Ebenfalls wird auf die Einteilung der Futtermittel eingegangen. Es wird erläutert, was ein Einzelfuttermittel, ein Beifutter, ein Ergänzungsfuttermittel etc. ist. Weiterhin werden einige gängige Futtermittel genau beschrieben und ihre Gehalte an Nährstoffen aufgelistet, damit der angehende Gesundheitsberater in die Lage versetzt wird, Rationen selbst zu gestalten. Die genauen Angaben, die zu den aufgelisteten Einzelfuttermitteln gemacht werden, sind notwendig, damit ausgewogene Rationen erstellt werden können und der zukünftige Gesundheitsberater in der Lage ist, auch Futter für Tiere zu konzipieren, die besonderen Belastungen ausgesetzt oder krank sind. Die Listen sind ein wichtiges Werkzeug, um die Nährstoffgehalte des Futters nach den Bedürfnissen des jeweiligen Tieres modifizieren zu können.

Die Besonderheiten in der Ernährung der Katze wird auch mit erläutert. Der durchschnittliche, normale Erhaltungsbedarf wird angesprochen und wie man Rationen selbst zubereiten kann. Die Kenntnis des Erhaltungsbedarfs dient als Grundlage, von der ausgehend der Bedarf unter besonderen Belastungen berechnet werden kann. In diesem Zusammenhang wird auf Pro und Contra selbst zubereiteter Rationen (inklusive BARF) eingegangen. Nur wenn sich ein Ernährungsberater auch der negativen Aspekte einer Ernährungsform bewusst ist, ist er in der Lage, die Tierbesitzer so weit als möglich neutral zu beraten und auf Vor- und Nachteile aufmerksam zu machen.

Nachdem die Grundlagen zur Hunde- und Katzenernährung vermittelt wurden, wird auch auf die Ernährung in den verschiedenen Lebensphasen eingegangen. Ebenso wird der Bedarf während Trächtigkeit, Laktation und Wachstum erläutert sowie Veränderungen im Alter und was man bei der Fütterung älterer Tiere beachten muss. Außerdem wird auf die Ernährung von Arbeits- und Leistungshunden eingegangen und welchen Einfluss die Haltungsbedingungen auf den Energie- und Nährstoffbedarf eines Tieres haben. Hier spielt nicht nur die Nahrungszusammensetzung eine Rolle, auch die Fütterungspraxis ist ein wichtiger Aspekt.

Fehler und Missverständnisse in der Tierernährung werden besprochen sowie Erkrankungen und Störungen erläutert, die durch Fütterungsfehler verursacht werden können. Weiterhin finden Erkrankungen Erwähnung, die genetisch bedingt sind und wie sie gegebenenfalls durch eine gezielte Ernährung behandelt werden können. Ebenfalls werden Verhaltensprobleme kurz angesprochen. All dies sind Themen, mit denen ein Gesundheitsberater für Hunde und Katzen umgehen können sollte.

Zum Schluss geht es um die Diätetik bei verschiedenen Erkrankungen. Dies ist natürlich neben der Ernährung im Erhaltungs- und Leistungsbedarf das zentrale Thema der Hunde- und Katzenernährung. Hier werden die diätetischen Möglichkeiten bei bestimmten Krankheitsbildern genau erklärt. In diesem Kapitel werden alle notwendigen Angaben gemacht, um Rationen individuell zusammenstellen zu können. Auch auf die Probleme selbst zubereiteter Rationen bei bestimmten Erkrankungen, wie z. B. Diabetes mellitus, wird hingewiesen.

Die 6 Lektionen bauen systematisch aufeinander auf. Von Lektion zu Lektion wird dem angehenden Gesundheitsberater das "Handwerkszeug" vermittelt, mit dem er am Ende in die Lage versetzt wird, Futtermittel zu beurteilen und zumindest grob zu bilanzieren sowie selbst Rationsvorschläge zu gestalten. Daneben wird ihm Wissen darüber vermittelt, welche Fehler und Probleme in der Ernährung von Hunden und Katzen häufig auftreten können bzw. häufig aus Unwissenheit gemacht werden. Natürlich könnte man sich auch einfach ein professionelles Bilanzierungsprogramm zur Rationsgestaltung anschaffen, aber nur mit dem in diesem Skript vermittelten Grundlagen- und Hintergrundwissen ist der Gesundheitsberater später auch in der Lage, durch eine gründliche Anamnese Fehler in der Ernährung aufzudecken und bestehende Probleme zu lösen bzw. ernährungsbedingte und durch Ernährung beeinflussbare Probleme auszuschließen.

Themen der HGT Ausbildung

Soziale Netzwerke